Alle Welt redet heutzutage von Sinnhaftigkeit und Selbstverwirklichung im Business. Und tatsächlich sind dies die wirkungsvollsten Stellhebel für Mitarbeitermotivation, Leistungsbereitschaft und Power in Ihrem Unternehmen. Trotzdem ist eine sinnenhafte Vision nicht alles!

Neben einem zufriedenen Team, braucht Ihr Unternehmen natürlich auch wirtschaftliche Stabilität, muss seine Leistung erbringen und seine Ziele erreichen. 

Viele Unternehmen betrachten und bearbeiten diese Bereiche getrennt von einander: 

In teuren Workshops wird eine starke Unternehmensvision ausgearbeitet. In zeitaufwändigen Mitarbeitergesprächen wird besprochen, wie sich der Einzelne in der Firma selbst verwirklichen und entwickeln kann. Die Mitarbeitermotivation schießt in die Höhe! 

Nach kurzer Zeit jedoch, stecken alle wieder in Ihrer Arbeitsroutine. Die Mitarbeiter sind beschäftigt mit Abarbeiten oder kämpfen angestrengt dafür, die Jahresziele zu erreichen. An die Unternehmensvision oder Sinnhaftigkeit, die einst so beflügelt hat, erinnert sich kaum noch jemand.  Dann wächst schnell die Unzufriedenheit im Team. Ein neuer Motivationsschub muss her, damit die Mitarbeiter wieder kraftvoll an den Unternehmenszielen mitarbeiten!

Diese Strategie kostet Ihrem Unternehmen jede Menge Zeit und Geld, insbesondere deshalb, weil Ihre Mitarbeiter nach den punktuellen Hochgefühlen „süchtig“ werden und diese immer öfter wollen. Dann verschiebt sich nach und nach der Fokus im Unternehmen – weg von den Unternehmenszielen, hin zu dem Wunsch nach persönlichem Wohlfühlen.

Das Management muss den Spagat zwischen Leistung und Zufriedenheit meistern!

Werden Sinnhaftigkeit und Selbstverwirklichung der Mitarbeiter überbetont, werden im Unternehmen zu viele Ressourcen gebunden. Für Luftschlösser, immer neue Ideen oder die persönlichen Befindlichkeiten der Mitarbeiter. Im Unternehmen liegt zu wenig Fokus auf Leistungserbringung, wodurch das Team nie die maximal möglichen Ziele erreichen kann.

Oder der Vision und persönlichen Erfüllung wird zu wenig Aufmerksamkeit gegeben, weil im Unternehmen alle damit beschäftigt sind, hoch gesteckte Ziele zu erreichen und die Administration zu optimieren. Dann fehlt dem Unternehmen ein Großteil seiner Lebenskraft, die Arbeit wird hart und stressig. Auch hier bleibt das Unternehmen weit unter seiner maximal möglichen Leistungserbringung und „verbrennt“ auch noch seine Mitarbeiter.  

Zu welchem dieser beiden Extreme Ihr Unternehmen eher neigt, erfahren Sie übrigens auch im Gratis-Schnelltest „Nutzen Sie Ihr maximales Unternehmenspotenzial?“. 

Natürlich stellt sich die Frage, was ist wichtiger?

Tatkräftig die Unternehmensziele erreichen oder sich selbst verwirklichen?

Was davon wichtiger ist lässt sich so nicht beantworten. Um dauerhaft kraftvoll am Markt zu bestehen, braucht ein Unternehmen beides. Da Ihr Team nicht unbegrenzt Zeit und Energie zur Verfügung hat, ist der einfachste Weg, beide Bereiche miteinander zu verbinden.

Sinnhaftigkeit und Begeisterung sind die Voraussetzung für Stahlkraft und damit für dauerhaften Unternehmenserfolg. Die Unternehmensvision herauszuarbeiten, ist also grundsätzlich der erste Schritt. Ist der „große Traum“ klar, braucht Ihr Team erreichbare qualitative und quantitative Ziele, auf die es zuarbeiten kann, um der Vision näher zu kommen. Ein fester Rahmen und Regeln geben den Mitarbeitern auf diesem Weg Sicherheit und Orientierung. In solch einem Umfeld kann sich auch der Einzelne verwirklichen, indem er mir seinen individuellen Stärken und Fähigkeiten zum Erreichen des großen Ziels beiträgt und gleichzeitig einen Mehrwert für sich selbst schaffen kann.

Damit Sie Ihre Unternehmensziele kraftvoll formulieren und ins Team integrieren können, empfehlen, wir Ihnen diese 5 Schritte nach dem QUANT-Modell®:

Schritt 1: Formulieren Sie sinnvolle, persönliche Ziele

Als Geschäftsführer sind Sie im Unternehmen der Hauptakteur: Ihre persönliche Performance entscheidet massgeblich über den Erfolg Ihrer Organisation. Die Unternehmensziele sollten für Ihre persönliche Vision also unbedingt zuträglich sein, damit Sie unbewusste Selbstblockade vermeiden. 

Ein Beispiel:Sie wünschen sich persönlich mehr Freiheit und Freizeit. Im Unternehmen stecken Sie sich höhere Vertriebs- und Umsatzziele, um finanziell freier zu werden und dann in Zukunft „langsamer zu machen“. In diesem Fall steht Ihr unternehmerisches Ziel gegen Ihr persönliches, weil es mehr Arbeit (also weniger Freizeit) bedeutet und die „Belohnung“ zu weit in der Zukunft liegt. 

Damit Sie wirklich kraftvolle Unternehmensziele definieren können, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie persönlich möchten. Schreiben Sie am besten alles auf, was Ihnen einfällt und priorisieren anschließend.

TIPP: Wenn es Ihnen leichter fällt, schreiben Sie erst auf was Sie NICHT mehr wollen und formulieren die Punkte dann positiv um.

Schreiben Sie Ihre TOP-Ziele in eine Tabelle und ergänzen zu jedem Punkt:

  • Warum will ich das erreichen? 
  • Was ist der Sinn für mich, für meine Familie, für die Gesellschaft…? 
  • Wie nutze ich… (die freie Zeit, das Geld, meine Gesundheit…), wenn ich es erreicht habe?
  • Woran erkenne ich, dass ich dass ich die Ziele erreicht habe? 
  • Was brauche ich um das Ziel zu erreichen oder was müsste ich weglassen?

So bekommen Sie sicher schon eine gute Vorstellung davon, in welche Richtung es in Ihrem Unternehmen gehen muss.

Teamintegration:Was für Sie gilt, gilt natürlich auch für Ihre Mitarbeiter. Die Unternehmensziele können vom Einzelnen nur dann mit voller Power umgesetzt werden, wenn sie zu dessen (unbewussten) persönlichen Wünschen passen. Geben Sie Ihrem Team die Möglichkeit, sich über die eigenen Ziele bewusst zu werden. Die Frage „Was brauche ich dafür?“ könnten Sie für Ihre Mitarbeiter noch speziell auf den Arbeitsplatz beziehen. Es versteht sich von selbst, dass Sie anschließend mit Ihrem Mitarbeiter realistische Lösungen und Möglichkeiten besprechen, um seine persönlichen Ziele mit den Unternehmenszielen zu verbinden.

Schritt 2: Formulieren Sie sinnvolle Unternehmensziele

In diesem Schritt geht es darum, aus der Einzigartigkeit und Sinnhaftigkeit Ihres Unternehmens konkrete Ziele mit starker Sogkraft zu entwickeln. Denken Sie das Unmögliche und bringen es dann, realistisch geplant, „auf den Boden.“

Schärfen Sie zunächst Ihre Unternehmensvision, indem Sie sich bewusst machen:

  • Mit welchen Problemen kämpfen unsere Kunden?
  • Was wäre DIE EINE große Lösung für unsere Kunden?
  • Warum können wir unseren Kunden besser helfen, als der Wettbewerb?
  • Was macht uns so einzigartig?
  • Wie könnten wir unseren Kunden einmal ganz anders helfen, als die anderen?

Entwickeln Sie dann konkrete Ziele aus Ihrer Vision:

  • Welche großen Schritte/Meilensteine bringen uns der Verwirklichung der Vision näher?
  • Welche Ziele/Ergebnisse sind innerhalb eines Jahres sportlich, aber realistisch umsetzbar?

Unterteilen Sie dann Ihre Unternehmensziele in messbare 90-tages Ziele.

Teamintegration:Schaffen Sie Bewusstsein darüber, was der einzelne Mitarbeiter davon hat, wenn die Unternehmensziele erreicht werden. Besprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern, wie sie ihre persönlichen Ziele mit den Unternehmenszielen verbinden können. 

TIPP: Es könnte passieren, dass Mitarbeiter mit sehr hohen oder zunächst unrealistischen Zielen kommen, z.B. „Ich möchte weniger Stunden arbeiten aber mehr Gehalt“. Anstatt diese abzublocken, könnten Sie Ihrem Mitarbeiter die Möglichkeit geben, Lösungen vorzuschlagen. Wie will er sein Ziel erreichen und damit gleichzeitig einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen?

Schritt 3: Umsetzungs- und Ergebnisplanung

Überlegen Sie sich zu allererst:

  • Wie können wir aus unseren Ideen möglichst schnell verkaufsfertige Produkte/Dienstleistungen machen?
  • Was müssen wir tun, damit die neuen Ideen sich schnellstmöglich wirtschaftlich rechnen?
  • Welche Aufgaben ergeben sich daraus?
  • Wer erledigt was bis wann?

TIPP: Um Rückfragen und Zeitverluste bei der Umsetzung zu vermeiden, klären Sie besser gleich zu Beginn mit Ihrem Team:

  • Was brauchen wir noch, um die Ziele umzusetzen? (An know-how, Material, Fähigkeiten…)
  • Welche Entscheidungen müssen noch getroffen werden und wer hat die Autorität dazu?
  • Wann überprüfen wir uns bei der Zielerreichung?
  • Woran erkennen wir, dass wir das Ziel erreicht haben?

Schritt 4: strategische Vereinfachung

Jetzt geht es darum, einen möglichst klaren Rahmen zu schaffen, der Ihnen und den Mitarbeitern Sicherheit und Orientierung gibt. Dazu zählen natürlich vor allem ein gut kalkulierter Budgetplan, konkrete Vergabe von Autoritäten (wer darf was entscheiden), festlegen der Regeln, Anweisungen und ggf. Konsequenzen. Auch Automatisierung, Messbarkeit und mögliche Hürden sollten jetzt besprochen werden. 

Teamintegration:Hier haben die „Menschen an der Front“ oft die besten Ideen, was an Ihrem Arbeitsplatz gebraucht wird. Stellen Sie sich gemeinsam die Fragen:

  • Wie können wir die Abläufe möglichst einfach und übersichtlich gestalten?
  • Welche Vorgänge können automatisiert werden oder immer gleich geschehen?
  • Welche Vorlagen, Formulare, Checklisten oder Programme benötigen wir?
  • An welche Regeln wollen wir uns ALLE halten, um unsere Ziele zu erreichen?
  • Wer kontrolliert wann und wie, ob wir auf dem richtigen Weg sind?
  • Welche Hürden stehen uns beim Erreichen unserer Ziele möglicherweise im Weg wie können wir diese überwinden?
  • Welche Gefahren könnten auf uns zukommen und wie können wir uns davor schützen?

TIPP: Routinen, Regeln und Administration können schnell zum Selbstzweck werden, Angst und Kontorollsucht wecken, oder die Eigenverantwortung und Kreativität der Mitarbeiter blockieren. Achten Sie darauf, dass in diesen Bereichen nur Massnahmen umgesetzt werden, die Ihnen helfen Ihre Ziele zu erreichen! Überprüfen Sie regelmäßig, was an Ihrer Administration nur Zeit kostet und aussortiert werden muss.

Schritt 5: Potenziale nutzbar machen

Jetzt sollte es noch um die persönliche Wertschätzung und Integration der beteiligten Menschen gehen. Vorrangig geht es hier natürlich um Sie und Ihre Mitarbeiter. Es zählen aber auch starke Lieferanten/Dienstleister, besondere Kunden oder clevere Geschäftspartner dazu. Stellen Sie sich die Fragen:

  • Was sind die besonderen Talente und Fähigkeiten meiner einzelnen Mitarbeiter?
  • Wie können wir diese für das Erreichen unserer Ziele nutzen?
  • Wer kann mit wem besonders wirksam zusammenarbeiten?
  • Was hat der Mensch davon, meine Ziele zu unterstützen?
  • Was brauchen die Menschen im und um das Unternehmen, um sich in der Geschäftsbeziehung wohl zu fühlen?
  • Wie belohnen wir uns, wenn wir die Ziele erreicht haben?
  • Wie wollen wir miteinander umgehen, wenn es mal nicht so gut läuft?
  • Was können wir tun, damit die Kollegen, Kunden und Lieferanten sich persönlich wertgeschätzt fühlen?

Die Resultate, insbesondere die Festlegung zum Umgang miteinander, mit Kunden und Lieferanten, halten Sie am besten schriftlich fest. So können Sie später Ihre Mitarbeiter (und auch sich selbst) daran erinnern, was Sie gemeinsam festgelegt haben.